Maryam Zaree
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Übersicht
Maryam Zaree (persisch مریم زارع, DMG Maryam Zāreʿ; * 22. Juli 1983 in Teheran, Iran) ist eine deutsche Schauspielerin, Filmemacherin und Autorin. Sie trat in verschiedenen europäischen Filmproduktionen auf und wurde für Hauptrollen in Filmen wie Shahada und ihre preisgekrönte Leistung in der Serie 4 Blocks bekannt, wofür sie 2018 den Grimme-Preis erhielt. Sie debütierte als Regisseurin mit dem Dokumentarfilm Born in Evin über ihre Geburt im Evin-Gefängnis, der 2020 den Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm gewann.
Maryam Zaree wurde im Evin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren. 1985 floh ihre Mutter Nargess Eskandari-Grünberg mit ihr aufgrund politischer Verfolgung nach Deutschland. Seit ihrem zweiten Lebensjahr wuchs Zaree in Frankfurt am Main auf.
Von 2004 bis 2008 studierte sie Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Bereits während des Studiums wirkte sie in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen mit.
Bekannt wurde Zaree durch die Hauptrolle im Kinofilm Shahada, der 2010 im offiziellen Wettbewerb der Berlinale gezeigt wurde und auf internationalen Festivals mehrfach ausgezeichnet wurde. Für ihre Darstellung erhielt sie unter anderem den Preis für die Best Leading Performance beim Monterrey-Filmfestival in Mexiko sowie eine besondere Erwähnung beim Internationalen Filmfestival Gent.
Weitere Hauptrollen spielte sie unter anderem in den Filmen Abgebrannt, Marry Me sowie in der internationalen Koproduktion I am not him von Tayfun Pirselimoglu. Im deutschen Fernsehen war sie von 2015 bis 2019 als Gerichtsmedizinerin Nasrin Reza im Berliner Tatort zu sehen. In der Serie 4 Blocks spielte sie die Rolle der Khalila.
Neben ihrer Arbeit vor der Kamera war Zaree auch als Gastschauspielerin an verschiedenen Bühnen tätig, darunter am Schauspielhaus Hannover, am Maxim-Gorki-Theater, an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Ballhaus Naunynstraße.
Zaree arbeitet zudem als Autorin und Regisseurin. Mit ihrem ersten Theaterstück Kluge Gefühle gewann sie 2017 den AutorenPreis des Heidelberger Stückemarkts sowie 2019 den Förderpreis des Schiller Gedächtnispreises. 2019 erhielt sie außerdem eine Autorenresidenz am Londoner Royal Court Theatre.
Mit ihrem Regiedebüt Born in Evin kehrte sie zu ihrer eigenen Geschichte zurück und thematisierte ihre Geburt im Evin-Gefängnis in Iran. Der Dokumentarfilm wurde 2019 auf der Berlinale uraufgeführt, erhielt dort den Kompass-Perspektive-Preis und gewann 2020 den Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm. Im selben Jahr war Zaree Mitglied der Jury für den Amnesty International Filmpreis auf der Berlinale.